Wieder Leben einhauchen
Ein neues Konzept soll der Katholischen Jungen Gemeinde von Sankt Peter aufhelfen
Zwei Sommer ohne Zeltlager, schrumpfende Mitgliederzahlen und kaum noch regelmäßige Gruppenstunden. Die Katholische Junge Gemeinde der Pfarrei Sankt Peter stand vor wenigen Wochen vor dem Aus.
Ursachen hierfür gibt es reichlich. Ganztagsschulen schränken die Freizeit der Kinder und Jugendlichen ein, für die verbliebene Freizeit gibt es scheinbar unendlich viele Angebote. Kirchliche Jugendgruppen wie die KjG konkurrieren mit Sportvereinen, kommunalen Angeboten, privaten Treffen mit Freunden oder auch der modernen Technik. Zudem ist das Interesse am Gemeinschaftserlebnis, wie es vor allem die religiösen Jugendorganisationen pflegen, längst nicht mehr so ausgeprägt wie noch vor zehn oder 20 Jahren.
Diese Tendenzen sind den Verantwortlichen der KjG Sankt Peter beileibe nicht verborgen geblieben. Doch wie so oft kamen auch in diesem Fall mehrere negative Entwicklungen zusammen. „Drei verlässliche Leiterinnen sind zusammen für ein Jahr ins Ausland gegangen, irgendwann stand unser Pfarrleiter Daniel Strahl weitgehend alleine da“, berichtet Martin Mitsch. Der 28-jährige ist seit fast 20 Jahren KjG -Mitglied. Nicht zuletzt aufgrund der engen Bindung und der vielen schönen Gruppenerlebnisse habe es wehgetan, so Mitsch, dem schleichenden Niedergang zuschauen zu müssen: „Seit zwei Jahren hat der Besuch der Gruppenstunden immer mehr nachgelassen, im Herbst des vergangenen Jahres hat schließlich nur noch eine Gruppe teilweise existiert. Das war schon schlimm“.
Fortan machten diverse Gerüchte die Runde. Martin Mitsch: „Wir dachten fast alle, dass es keine KjG mehr geben kann, wenn man keine Gruppenstunden mehr abhält.“ Rasch wurde ein Krisenstab gebildet. Ziel war es, zunächst einmal zu erörtern, ob die KjG auch in ihrer derzeitigen Form überhaupt weiter bestehen kann. Hierfür trafen sich die Vertreter der KjG mit Pfarrer Thomas Meurer und Kaplan Markus Metzler von der Pfarrei Sankt Peter sowie Vertretern des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) des Bistums Mainz und der Katholischen Jugendzentrale (KJZ) Heppenheim. Schnell sei klar geworden, dass die Heppenheimer nicht die einzigen sind, die mit diesen Problemen zu kämpfen haben, erinnert sich Martin Mitsch: „Mit 53 Mitgliedern stehen wir demnach sogar noch verhältnismäßig gut da.“
Gleichwohl galt es nun, ein Konzept zu erarbeiten, mit dem einerseits die aktuelle Krise gemeistert werden kann und andererseits die Weichen für eine positivere Zukunft gestellt werden. Hierfür beriefen die Verantwortlichen der KjG am 21. Januar eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein.
Stattliche 20 Mitglieder folgten dieser Einladung und besprachen die weitere Vorgehensweise. Schnell waren sich alle Teilnehmer einig, dass sie diese schwierige Phase für „ihre“ KjG nur gemeinsam überstehen können. „Jeder, der da war, hat seine Bereitschaft erklärt, etwas zu machen. Die Altersspanne reicht von 16 bis zu 35 Jahren“, sagt Martin Mitsch, der ab sofort gemeinsam mit Daniel Strahl wieder die Geschicke der KjG Sankt Peter leitet.
Für 2012 sind einige Aktionen geplant. Martin Mitsch: „Auf jeden Fall werden wir uns beim Pfarrfest von Sankt Peter engagieren. Weitere Aktionen können ein Besuch in einem Freizeitpark, ein Ausflug zur Sommerrodelbahn bei Wald-Michelbach oder eine Radtour sein.“ Primäres Ziel ist es aber, Kinder und Jugendliche wieder für die KjG zu begeistern. Die neue Pfarrleitung selbst will diesbezüglich mit gutem Beispiel vorangehen: „Wir wollen und müssen uns erst einmal neu strukturieren. Dann soll ganz klar die Sache im Vordergrund stehen.“ Vielleicht, so Martin Mitsch, gebe es in absehbarer Zeit dann auch wieder Gruppenstunden.
Quelle:
Starkenburger Echo